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Update September 2017:

Es gibt ziemlich spannende Neuigkeiten zum Thema “Magendrehung”, die man hier nachlesen kann.

Update November 2013:


Bei Hunden mit Leckanfällen liegt in der Mehrzahl der Fälle eine Magen-Darm-Erkrankung vor: z.B. Darmentzündung, Gastritis, Pankreatitis, Reizdarm, Fremdkörper, Giardien. Wenn diese behoben ist, hören auch die Leckanfälle auf.
Quelle : Bécuwe-Bonnet Veronique et al. (2012): Gastrointestinal disorders in dogs with excessive licking of surfaces, Journal of Veterinary Behavior 7, 194-204

Mehr zur Studie hier!

 

Update April 2013:


Seit der Veröffentlichung dieser Seite sind einige Jahre ins Land gegangen. Hat sich etwas getan seit dieser Zeit?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es weiterhin nicht geklärt, was genau eine Magendrehung auslöst. Der amerikanische Kennel Club (AKC) bzw. deren Canine Health Foundation plant eine breit aufgestellte Forschungsinitiative zum Thema Magendrehung. Ich denke, alle betroffenen Hundehalter und Halter von Risikorassen werden diesem Projekt die Daumen drücken und auf Erfolg hoffen.

Insgesamt verbessert hat sich die Relevanz des Themas. Während wir zum Zeitpunkt der Magendrehung unseres Hundes (2005) zum ersten Mal den Begriff ‚licky fit’ (übersetzt mit Leckanfall, Lecksucht …) zu hören bekamen (GSMDCA Health Survey, October 2002, s.u.)  und einen Zusammenhang erkannten, hat sich diese Information mittlerweile im www verbreitet. Es gab im Laufe der Zeit eine Reihe guter Artikel zu den Themen Sodbrennen, Über-/ Untersäuerung, Gastritis (auch bakteriell- oder virusbedingt), um nur einige Schlagworte zu nennen. Das Thema Enzyme wird neu angeschaut. Meiner Meinung nach ein ganz wichtiges Thema bei diesem Problemkomplex. Die Naturheilkunde und damit auch der holistische Ansatz bekommt mehr Aufmerksamkeit. Und so ist man heute nicht mehr nur traditionell auf Säureblocker angewiesen. Die Homöopathie, Schüssler Salze, Bitterstoffe, Kräuter, Gewürze, die Beigabe von Enzymen, insbesondere und generell die Ernährungsumstellung bieten allesamt Möglichkeiten, dem problematischen Hund zu helfen und die Risiken einer Aufgasung zu reduzieren. Sprechen Sie mit einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker, der sich mit diesem Thema beschäftigt hat. Mittlerweile findet man sie. Und das ist die gute Nachricht!

Ich habe mich – mal wieder waren es die Amerikaner, die den Anstoß gaben – in der letzten Zeit viel mit Kräutern und Gewürzen beschäftigt und habe selber Versuchskaninchen gespielt, weil ich – auf Holz geklopft – seit der damaligen Zeit keinen Hund mehr habe, der zu licky fits neigt (mit Ausnahme einer akuten Magen-/ Darmerkrankung, die ich vor zwei Jahren bei meiner Hündin mit einer Schüssler Salz Kur sehr schön in den Griff bekam).  Mangels hündischem Versuchsobjekt habe ich deshalb versucht, mein eigenes Sodbrennen in den Griff zu bekommen. Ausprobiert habe ich das Gewürz Kurkuma; der Tipp kam von einer amerikanischen Hundehalterin, die davon 2x tgl 400mg ihren Hunden als Gelkapsel gab. Was soll ich sagen – es hat funktioniert! Dann bin ich auf eine amerikanische Kräuterexpertin gestoßen, die selber einen Großen Schweizer Sennenhund hat und einen tollen Artikel über die Anwendung spezieller Kräutertees zur Vorbeugung von Aufgasen schrieb. Wer sich den Artikel im Original durchlesen möchte, kann dies hier tun.  Ich habe mir ihre Genehmigung für eine deutsche Adaptierung eingeholt und wer es lieber auf deutsch lesen möchte, kann dies hier tun.

Mögen Sie den richtigen Weg für Ihren magen- oder darmgeplagten Hund finden! Ich wünsche es Ihnen sehr!

 

Unsere Geschichte

Und jetzt noch die ‚alte’ Geschichte und zusammengetragenen Informationen, die weiterhin ihre Gültigkeit nicht verloren haben bis vielleicht in näherer Zukunft die Wissenschaft uns dem Rätsel ein wenig näher bringt.

Bodo hatte mit knapp 7 Jahren eine Magendrehung, die er mit einer Chance von 50% überlebte. Nach der Operation verblieb er noch eine Woche lang in der Klinik, um seinen angeschlagenen Kreislauf unter Kontrolle zu halten. Wir holten ihn freitags aus der Klinik, am Montag darauf brachten wir ihn wieder in die Klinik, da es ihm sehr schlecht ging. Die Diagnose lautete: Magendurchbruch aufgrund von nicht verheiltem, nekrotischem Gewebe. Seine Chancen waren wiederum sehr gering, nun noch diese zweite OP zu überleben, dennoch waren die Ärzte relativ zuversichtlich, weil es bei ihnen noch keinen Hund dieser Grösse gegeben hat, der mit einer solchen Diagnose auf allen 4 Beinen in die Klinik marschiert war. Bodo bekam seine zweite Chance und entpuppte sich als wahrer Kämpfer. Drei  Jahre lebte er noch bei uns und verstarb mit 10 Jahren an einem Milztumor.

Magendrehung – sicher hatten wir davon gehört und die üblichen Vorsichtsmassnahmen wie 3x täglich füttern, Napf erhöhen, keine wilden Spiele nach dem Fressen usw. unternommen. Aber dies war scheinbar nicht genug. Und so begannen wir eine intensive Recherche nach Aufklärung und stellten bald fest, dass die umfangreichsten Informationen aus Amerika kamen. Wir möchten unsere Erkenntnisse, die wir durch Gespräche mit amerikanischen Freunden und Internet-Recherchen gewannen, gern mit Euch teilen. Das eine vorweg: Es gibt keine 100%ige Sicherheit zur Vermeidung einer Magendrehung. Aber es gibt bei einer sehr grossen Anzahl von MD-Fällen übereinstimmende Vorzeichen und wenn es diese bei Eurem Hund ebenfalls geben sollte, so mögen unsere gesammelten Erkenntnisse vielleicht dazu beitragen, genau hin zuschauen, erste Anzeichen oder Dispositionen für eine MD zu erkennen und möglicherweise einer Verschlimmerung gegenzusteuern. Uns geht es vor allem darum aufzuzeigen, dass sich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Magendrehungen im Vorfeld bereits über verschiedene Magen- und Darmprobleme ankündigen können und man entsprechend frühzeitig gegensteuern sollte.

Wir beschränken uns hier auf eine kurze Erklärung zur Magendrehung, auf die Nennung möglicher Risikofaktoren und gehen dann insbesondere auf den Zusammenhang zwischen Magen- und Darmproblemen und der Magendrehung ein. In aktuellen Untersuchungsberichten wird teilweise der Zusammenhang zwischen Magen-/ Darmproblemen und Magendrehung als 'nicht signifikant' dargestellt. Wir meinen, dass hier die Art der Fragestellung zu den Magen-/ Darmproblemen zu unspezifisch gewesen war und so zu einem zu niedrigen Auffälligkeitswert geführt hat, aber darauf kommen wir im Folgetext. Anzeichen für das Vorliegen einer Magendrehung und die medizinische Versorgung werden hier nicht thematisiert; dazu kann über die Suche im Internet schnell Informationsmaterial gefunden werden.

Kurze Terminologie zur Magendrehung

Im englischen Sprachgebrauch wird unterschieden zwischen ‚bloat’ (Aufgasung) und ‚torsion’ oder auch 'volvolus' (Magendrehung). Gesamtheitlich spricht man von 'Gastric Dilation-Volvolus (GDA). Bis heute ist unklar, warum sich eine Aufgasung in Einzelfällen zu einer Magendrehung entwickelt. In der Regel sind davon ältere Hunde betroffen (7-8 Jahre alt) und eine Erklärung dafür scheint das schwächer gewordene Bindegewebe zu sein, welches den Magen in seiner Aufhängung hält. Stresssituationen (lange Autofahrten, Reisen, Umzug, innerfamiliäre Veränderungen u. dgl.) werden allgemein hin als Katalysator und finaler Auslöser verbucht.

Was passiert bei einer Magendrehung?

Normalerweise ist der Magen relativ frei beweglich und nur beim Eingang zur Speiseröhre fixiert. Wenn sich der Magen über Gase erweitert hat, beginnt er, sich um diesen Fixpunkt zu drehen, so dass Speiseröhre und Dünndarm blockiert werden und die Gase nicht mehr entweichen können. Zusätzlich ist die Blutzufuhr zum Magen beeinträchtigt und führt in der Folge zu einer Schädigung der Magenwand respektive der Magenschleimhaut. Beide können erheblich Schaden nehmen und die Magenwand kann möglicherweise durchbrechen, so dass Futter, Gas, Verdauungssäfte und Bakterien in den Bauch fliessen (Gefahr von Bauchfellentzündung). Die Blutzufuhr zur Milz ist ebenfalls beeinträchtigt und Schäden an der Milz oder sogar eine Milzdrehung sind mögliche weitere Schäden. Durch die geminderte Blutzufuhr wird der Zufluss zum Herzen vermindert und weniger Sauerstoff wird zugeführt. Im Normalzustand kann dies über eine erhöhte Herzfrequenz ausgeglichen werden, da aber der Zustand andauert, werden kompensatorische Mechanismen auf Dauer nicht helfen.

Quelle: The Newfoundland Club | BLOAT - Gastric Dilation-Volvolus Explained, 2001
 

Wodurch wird eine Magendrehung ausgelöst?

Vermutlich ist das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren für die Magendrehung verantwortlich. Bei grossen Hunden und Riesenrassen liegt der Zahl der an MD erkrankten Tiere weitaus höher als bei kleineren Rasse. Zusätzlich zur Rassengrösse wird die Relation zwischen Brusttiefe und -breite als Indikator angesehen. Je größer die Tiefe im Verhältnis zur Weite der Brust, desto höher wird das Risiko eingeschätzt. Auch innerhalb einer Rasse scheint der genannte Zusammenhang zu bestehen. Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko, an Magendrehung zu erkranken. Dies wird mit der nachlassenden Festigkeit der Bänder, die den Magen halten und die mit dem Alter nachlässt, erklärt. Eine genetische Komponente bei der Erstehung der Magendrehung konnte bislang nicht bewiesen werden; eine familiäre Disposition zu schwachen Bändern bzw. Bindegewebsschwäche, die das Risiko erhöhen, eine Magendrehung zu entwickeln, mag angenommen werden.

Die zwei Schlüsselfaktoren scheinen die Ansammlung von Gas im Magen zu sein und ein verlangsamter Durchfluss von Nahrung durch den Magen bzw. den Dünndarm, verbunden mit einer schwachen Beweglichkeit des Magen- und Darmtraktes.

Einige Male konnten wir nachlesen, dass große Hunde Probleme mit ihrem Mineralstoffwechsel haben (hier insbesondere das Gleichgewicht von Calcium und Phosphor), infolgedessen es zu den beschriebenen Magen-Darm-Problemen kommen kann. Allerdings ist diese Hypothese schwer zu beweisen, da es keine detaillierte Studie zu den Auswirkungen von Mineralien im Körper großer Hunde gibt. Auf jeden Fall ist der Zusammenhang zwischen Magen-Darm-Problemen und einer Aufgasung des Hundes nicht von der Hand zu weisen! Magen-/ Darmprobleme waren bei 21,4% der GSS Todesursache und stehe damit an 2. Stelle nach Krebs (26,8%) und gleichauf mit neurologischen Problemen

Quelle: GSMDCA Health Survey, October 2002

Magen-Darm-Probleme können Ursache einer Magendrehung sein

licky fits | licking episodes (Leckanfälle): Der Hund beginnt, sich intensiv zu lecken und/ oder zu speicheln. Möglicherweise fängt er an, den Boden oder andere Oberflächen zu lecken (daher der Begriff licky fits), aber dies haben wir nicht in allen Fällen beobachten können. Wenn er keine Erleichterung erfährt, gerät er in Panik und fängt an, alles zu fressen, was gerade zur Verfügung steht (Gras, Pflanzen, Holz, Socken, Decken usw.). Gras fressen, wie es Hunde gern mal machen, ist davon zu unterscheiden. Vielleicht kann man die Unterscheidung insofern treffen, dass bei einem licky fit der Hund aktiv und oft panisch nach Gras sucht, während er beim normalen Gras fressen einfach das Angebot der Natur zur Kenntnis nimmt. Bei 42% der Großen Schweizer, die an Magendrehung starben, wurden solche licky fits im Vorfeld beobachtet. (Quelle: GSMDCA Health Survey). Ursache kann u.a. eine Überproduktion von Säure sein.

Hunde mit licky fits haben auch oft Probleme im oberen Darmtrakt | Dünndarm. Darmträgheit wird als einer der möglichen Verursacher gesehen. Schwierigkeiten beim Durchfluss durch den Dünndarm begünstigen aufgrund der zu langen Verweildauer im Magen die Aufgasung des Magens ins Ruhepausen und während des Verdauungsprozesses.

Bei anderen liegt das Problem eher in der Trägheit des unteren Darmtrakts und äußert sich über häufigen Durchfall.

Diese licky fits sind erste Anzeichen dafür, dass der Hund ein Magenproblem hat und sollten ernst genommen werden.

Gras fressen bringt dem Hund zwar Erleichterung, ist aber keine Lösung des Problems. Je öfter die licky fits auftreten, umso schneller sollten Sie handeln. Dauern die Probleme über längere Zeit an, kann es zu Magenschleimhautentzündung kommen und sogar der Darm angegriffen werden. Der Hund kann durchaus lange Zeit keine weitere Auffälligkeiten zeigen. Eine Fehlfunktion des Magen-/ Darmtraktes begünstigt Aufgasung.

Es bleibt daher festzustellen, dass die Aufgasung (und als mögliche Folge davon die Magendrehung) selten durch Bewegung nach dem Fressen hervorgerufen wird. Ganz im Gegenteil tritt Aufgasung/ MD in den überwiegenden Fällen abends oder nachts während des Verdauungsprozesses auf. Es ist – wie beim Menschen auch – daher durchaus sinnvoll, auf einen kontrollierten, ruhigen Verdauungsspaziergang mit den Hunden nach dem Fressen zu gehen, um die Darmtätigkeit anzukurbeln.

Vorschläge, um Hunden mit Magen-Darm-Problemen zu helfen

Ernährung

lieber kleinere Mahlzeiten 3 – 4 x am Tag, um den Verdauungsprozess nicht zu überlasten. Zu große Mahlzeiten erweitern den Magen im Laufe der Zeit, die Bänder für die Magenaufhängung dehnen sich. Wenn die Leckanfälle gehäuft am Morgen auftreten oder der Hund am Morgen öfters 'gelbe Galle' spuckt, wäre zu überlegen, eine letzte kleine Mahlzeit vor dem Zubettgehen zu verabreichen.

Bei Zuführung von Trockenfutter dieses vorab für 15-20 min. in Wasser einweichen, so dass es aufquillt. Bei stark quellendem Futter sollte man sich möglicherweise überlegen, dieses zu wechseln. Nach dem Füttern dem Hund keinesfalls größere Mengen von Wasser zur Verfügung stellen – entweder lässt man es ganz weg oder gibt ihm nur eine kleine Portion. Die Wassermenge ist weiteres Gewicht für den Magen und kann auf Dauer die Bänder ausleiern.

Dem Hund nichts füttern, was Gase erzeugt.

Zum Thema ‚Barfen’ können wir hier nichts sagen. Die vorliegenden Studien, die übrigens alle ohne Peer Group gearbeitet haben, sind zu einer Zeit gemacht worden, in der das Barfen noch nicht so weit verbreitet war wie es heute ist. Entsprechend geringer ist das Auftreten von Magendrehungen bei gebarften Hunden gewesen (sprich: weniger gebarfte Hunde in Relation zu mit Trockenfutter ernährten Hunden = geringerer Anteil von Magendrehungen bei den gebarften Hunden). Die Aussage ‘gebarfte Hunde haben ein geringeres Risiko, an MD zu erkranken’ ist aus diesem Grund unserer Meinung nach unbewiesen.

Auch bei den Leckerchen sollte man genau schauen, was gefüttert wird. Ideal sind z.B. Fischsnacks; frisches Brot möglichst vom Speiseplan des Hundes verbannen. Auf Kauknochen sollte man bei Hunden mit Magen-Darm-Problemen ebenso verzichten.
 

Medikamente & Futterzusätze

Ranitidin, ein H2-Blocker, hilft zuverlässig über 8-12 Stunden, die Magensäure zu reduzieren. Es wirkt auch gut auf den oberen Darmtrakt. Unsere Freunde in Amerika geben ihrer Hündin, die im Alter von 3 Jahren an MD erkrankte und heute 11 Jahre alt ist, täglich eine Tbl. (75mg). Wir selber geben 1 Tbl. Ranitin nur vorbeugend, wenn der Tag Aufregung und Ungewohntes bringt (z.B. eine längere Autofahrt).

Heilerde als Futterzusatz scheint auch eine Verbesserung mitzubringen; wir haben es aber noch nicht ausprobiert.

Der Wirkstoff Metoclopropamide unterstützt die Darmtätigkeit i.a. und bewirkt auch, dass das Futter vom Magen schneller durch den oberen Darmtrakt befördert wird, so dass es nicht zu Aufgasung kommen kann. Hier geben unsere amerikanischen Freunde täglich 1 Tbl (10mg). Wir selber verwenden es nicht, weil sich über die Futterumstellung die Darmtätigkeit bei Bodo sehr schön von selbst reguliert hat.
Bei Problemen im unteren Darmtrakt sollte auf jeden Fall eine Futterumstellung erfolgen. Die Gabe von Joghurt, Hüttenkäse, auch Buttermilch, unterstützt die Darmtätigkeit. Aber auch davon nur in Maßen, damit es zu keiner Eiweißüberversorgung kommt.
Zu Beginn eines licky fits kann durchaus ein Stück Knäckebrot z.B. dem Hund sofortige Linderung verschaffen. Wenn dies nicht mehr ausreicht und der Hund sich nicht beruhigt: Die Amerikaner schwören auf gas-ex. Grundlage von gas-ex ist Simethicone. Leider haben wir gas-ex (als Tablette, Dosis 125mg) in Deutschland zunächst nicht finden können; in den USA ist es vergleichbar mit dem Gebrauch von Aspirin, also in jedem Supermarkt für kleines Geld zu kaufen. Doch eines Tage – da sieht man, wofür Printanzeigen gut sind – bin ich auf genau diesen Wirkstoff gestoßen: Lefax Extra ist das Zaubermittel, was die licky fits innerhalb von Minuten verschwinden lässt. Unsere Amerikaner dosieren bei ihrem GSS bis zu 8 Tabletten; wir haben zwischen 4-6 Tabletten benötigt (und nun zum Glück schon lange nicht mehr).

Wir haben im Verlauf der Zeit gute Erfahrungen gemacht mit der Homöopathie und dem Einsatz von Schüssler Salzen (Schleimhäute).

Da die hier genannten Sofortmassnahmen nur eine Erleichterung in der Situation bringen, bleibt die Frage nach der richtigen Ernährung für unsere GSS, um das Risiko zu minimieren. Die Krankheitsfaktoren sind immer noch zu komplex, um eine gesicherte Prophylaxe aufstellen zu können. Allerdings leuchtet es wohl ein, dass ein gesundes Magen- und Darmsystem Voraussetzung für den gesunden Hund sein muss.
 

Prophylaktische Gastropexie

Damit ist das 'Tackern des Magens' gemeint, um die Drehung zu verhindern. Das Tackern verhindert nicht die licky fits oder eine Aufgasung, sondern soll den Prozess der Magendrehung verhindern! Das Tackern kann eine Magendrehung in der Regel vermeiden. Aber auch hier gibt es leider noch keine 100 %ige Sicherheit, vor allem, wenn die Muskeln schon sehr erschlafft sind,. Der 'belt loop' (eine besondere Art des Annähens des Magens) ist dem einfachen Tackern des Magens an der Bauchdecke vorzuziehen. Hier wird die Befestigung über ein Band sicherer gemacht. In den USA ist der Eingriff über eine Laproskopie möglich. Ob dies bei uns auch schon praktiziert wird, müsste man im Bedarfsfall bei den Unikliniken in Erfahrung bringen können.

s. dazu auch: http://www.vetsurgerycentral.com/gdv.htm

Es ist sicherlich schwierig zu entscheiden, ab wann eine prophylaktische Gastropexie das Mittel der Wahl ist. In den USA wird dies bei problematischen Rassen und Hunden, die nicht in der Zucht stehen, durchaus empfohlen. Allerdings werden dort auch Hunde, die für die Zucht nicht zur Verfügung stehen, also sog. pet dogs, meist automatisch kastriert, so dass anzunehmen ist, dass im Zuge der Kastration die Prophylaxe zeitgleich stattfindet, um eine zusätzliche Narkose zu vermeiden. Persönlich würde ich dies, neben weiteren Schritten zur Magen- und Darmregulierung, nur in Betracht ziehen, wenn die licky fits oft, dh. mehrmals die Woche, auftreten, eine Futterumstellung keine Besserung gebracht hat und zusätzlich eine erstmalige Aufgasung vorliegt.
 

FAZIT:

Bei einem Hund mit licky fits und/ oder Darmproblemen, insbesondere wenn er zu den für MD auffälligen Rassen gehört, ist es angeraten, zu einem leicht verdaulichen, wenig quellendem Futter zu wechseln, bei Fütterung von TroFu dies vorher kurz einzuweichen und die Portionen ruhig auf 4x täglich zu verteilen, um den Magen nicht zu überlasten. Der Hund sollte keinesfalls nach der Fütterung große Wassermengen zu sich nehmen, da dieses Gewicht den Magen zusätzlich belastet und auf Dauer die Magenbänder ausleiern kann. Bei akuten licky fits bringen 4-6 Tabletten Lefax Extra sofortige Erleichterung (die Hunde fressen diese in der Regel problemlos). Bei häufigen licky fits kann neben der Futterumstellung über eine regelmäßige und tägliche Gabe von 1 Tablette Ranitidin (75mg) nachgedacht werden. Zusätzlich und bei Bedarf ein verdauungsunterstützendes Medikament, welches die Magentätigkeit ankurbelt und den Dünndarm in seiner Arbeit unterstützt.

Abschließend sei auch ausdrücklich erwähnt, dass wir keine medizinische Ausbildung haben, allenfalls über ein medizinisches Basiswissen verfügen, und es in jedem Fall angeraten ist, im Zweifelsfall einen Veterinärmediziner zu konsultieren. Sie sollten also die hier aufgeführten Informationen nicht als alleinige Quelle für ihre gesundheitsbezogenen Entscheidungen verwenden. Bitte konsultieren Sie bei Erkrankung Ihres Tieres auf jeden Fall einen Tierarzt.

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