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Gedanken zur Zucht

 

Als Neuzüchter stellte ich mir natürlich die Frage, was mir an der Rasse des Großen Schweizers besonders wichtig ist und was ich erhalten und vielleicht sogar verbessern möchte. Was möchte ich überhaupt für ein Züchter sein und was kann ich zeitlich und unseren Lebensumständen angepasst überhaupt leisten?

Wohlgemerkt: Oberstes Ziel ist immer der Rassestandard, den man hier nachlesen kann.

Der limitiernde Faktor

Mein Mann ist tagsüber außer Haus; ich selber bin in der glücklichen Situation, von zu Hause aus arbeiten zu können, somit passen unsere 2 Mädels gut in unseren Alltag, auch wenn dieser mit Aufgaben gut gefüllt ist. Ist ein Wurf geplant, wird es aber schon schwieriger, da ich mir zwei Monate irgendwie freischaufeln muss. Gute Organisation ist da gefragt. Kein Ding der Unmöglichkeit, aber das macht man auch nicht mit einem Fingerschnippen und die Planung fängt schon Monate vorher an.

Der eigene Anspruch

Der Große Schweizer ist meine große Leidenschaft und das Tun mit der Rasse nimmt den größten Teil meiner Freizeit ein. Wir besitzen Große Schweizer seit 1998 und sind nun in der 4. Generation angekommen. Unzählige Stunden habe ich mit dem Studieren der Rasse, ihrer Besonderheiten und ihrer Rassevertreter im In- und Ausland, auf Ausstellungen und Rassetreffen verbracht. Ich habe meine erste Zuchthündin (Belinda) erfolgreich aufgebaut, sie trainiert und zu einem liebenswürdigen Familienmitglied erzogen. Sie hat gute Röntgenergebnisse gebracht und den ersten Augentest als Zuchtlassung für ihre Körung bestanden. Sie wurde vielfach auf Ausstellungen bewertet und hat mehrere Championtitel erlaufen. Und dann freute ich mich darauf, mein theoretisches Wissen um Geburt und Aufzucht der Welpen mit unserem A-Wurf in die Praxis umsetzen zu können.

Davor kam allerdings noch eine ganz große Entscheidung, nämlich die Wahl des Deckrüdens. Was ist mir wichtig, was möchte ich erhalten oder verbessern?

Die Qual der Wahl

Gesundheit, Schönheit und Verhalten sind die drei großen Säulen der Zucht.

Zur Gesunderhaltung der Rasse hat der Schweizer Sennenhund Verein e.V. Zuchtpläne auf Basis eines Zuchtprogramms (dogbase) aufgestellt.  Zuchtwerte (HD und OCD) sowie Genotypwahrscheinlichkeiten (Epilepsie) werden dort für jeden Hund in Abhängigkeit der Verwandtschaft und von ausgewerteten Nachkommen eingepflegt und berechnet. Dogbase liefert auch Zuchtwerte zu den Kriterien Typ, Bewegung und Verhalten. Inzuchtwerte werden bis zur 5. Generation berechnet und eine Verpaarung, bei der die Großeltern oder noch nähere Verwandte gleich sind, ist nicht erlaubt. Die Erstellung einer Liste von Rüden, die auf die eigene Hündin unter Einhaltung unserer Zuchtpläne passen, ist also mit Hilfe des Zuchtprogramms schnell gemacht. Sucht man einen Rüden im Ausland, ist die Rechnerei ein wenig aufwändiger,  aber machbar, sofern genügend Gesundheitsdaten über den Rüden und seine Ahnen und Nachkommen vorliegen.

Die Entscheidung über den Deckrüden innerhalb der gesetzten Richtlinien, wozu auch die Limitierung der Sprünge bei den Deckrüden zählt, ist nun der eigenen züchterischen Planung überlassen. Idealerweise findet sich in der Gruppe der möglichen Deckrüden der eine, von dem man hofft, dass er die Vorzüge der eigenen Hündin verstärkt und vorhandene Schwächen ausgleicht. Dies setzt natürlich voraus, dass man seine eigene Hündin gut kennt, einen guten Überblick über die verfügbaren Deckrüden und ein persönliches Zuchtziel vor Augen hat. 

Das Zuchtziel

Für mich heißen diese Zuchtziele: Typvoll mit gutem Gebäude und ordentlich gestellten Füßen und gewinkelten Beinen. Im Verhalten sicher durchs Leben gehend. Die individualistische Note darf ruhig dabei sein. Ich erhoffe mir für alle Welpen ein liebevolles Heim und eine ordentliche Aufzucht mit Sinn und Verstand. Dazu gehören gute Ernährung und eine altersentsprechende Auslastung des Hundes. Und die Portion Glück sollte unbedingt auch mit dabei sein.

Der Zwingername

Als Welpenkäufer erscheint es sicher rätselhaft, sich tage- und wochenlang mit der Suche nach einem geeigneten Zwingernamen zu beschäftigen. Über kurz oder lang erhält der Neuzugang seinen von der Familie gewählten Namen und an den offiziellen Namen erinnert nur die Ahnentafel, die irgendwo im Hundeordner abgelegt ist. So merkwürdig es also erscheint, dem Züchter ist er wichtig. 'vom Grafenland' ist zunächst einmal dem Ort entlehnt, in dem wir wohnen: Gräfenhausen. Ein Umlaut sollte nicht enthalten sein, dass der Zwingername üblicherweise international bei der FCI geschützt wird. Zugleich steht das gräfische im Grafen für ''hoheitsvoll, würdevoll, Macht wie mächtig'' und kommt damit der Rassebeschreibung des Großen Schweizers sehr nahe.  

Die Aufzucht

verläuft bei uns natürlich altersentsprechend. Mit Sinn und Verstand, wie ich vorher schon sagte, weder über- noch unterfordernd. Von der ersten Stunde an halte ich es für ganz wichtig, die Kleinen häufig in die Hand zu nehmen, um sie nicht nur auf ihre Mutter, sondern auch auf uns Menschen zu prägen. Dies passiert in den ersten zwei Wochen hauptsächlich über die Nase.

Ab der 3. Woche wird ihr Aktionsradius langsam erweitert, sie bekommen ihr Spielzimmer, lernen verschiedene Untergründe kennen und werden auf ihre ersten Ausflüge in den Garten mitgenommen. Dann ist es auch Zeit, sie langsam von der Muttermilch zu entwöhnen und ihnen die ersten Leckerbissen anzubieten.

Die Ernährung

Als Futterhersteller ist mir diese natürlich ein besonderes Anliegen. Aber auch ohne berufliche Ambition ist es mir als Züchter bewusst, dass man Vieles tun kann, um den kleinen Riesen einen guten Grundstock mitzugeben. Was sie in den nächsten Wochen zu riechen und schmecken erlernen, wird ihnen helfen, ihren Speiseplan stets gesund und abwechslungsreich zu halten.

Die Grundregel bei uns ist die Vielfalt: wechselnde Fleischsorten, Milchsauerprodukte wie Kefir oder Buttermilch, gesundes Gemüse wie z.B. die Pastinake, Möhren, Kürbis und Sauerkraut, frisches Obst von der Auswahl an Beeren über Banane, Apfel oder mal ein Stückchen Ananas, Kräuter und Gewürze, wie z.B. der magen- und darm-freundliche Kümmel usw. Die Natur gibt uns Vieles an die Hand, um den Hund gesund zu erhalten.  Alles, was ihnen jetzt angeboten wird, werden sie in der Regel auch später mit Appetit futtern. Und so soll es ja sein.

Sozialisierung

Ab der 4. Lebenswoche wird es spannend für die Kleinen. Wir denken uns täglich eine kleine Übung aus, um sie langsam an ihre Umwelt zu gewöhnen. Umweltgeräusche, Menschenprägung, wechselndes Spielzeug, Koordinierungsübungen. Jetzt kommt es drauf an: Alles, was sie kennenlernen und durchaus auch als positiven Stress erleben, ohne dass es reizüberflutend wirkt, macht ihnen später keine Angst mehr. Sie lernen, mit der Angst vor Neuem umzugehen.

Um dann zur Welpenabgabe, die irgendwann mit Riesenschritten auf uns zukommt, als hoffentlich neugierige und muntere Welpen und bald Junghunde in ihre neue Familie hineinzuwachsen.
 

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